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Designdokument

'Rastullahs Lockenpracht'
Inhaltsverzeichnis |
Einleitung
Computerspiele
Die Computerspielindustrie erzielt heute weltweit höhere Umsätze als die Filmindustrie. Die Entwicklung einzelner Titel nähern sich in Zeit- und Kostenaufwand allmählich der von Kinofilmen. Erwartet wird, dass diese Zahlen in den nächsten Jahren weiter wachsen; nach und nach werden ganze Bevölkerungsgruppen gezielt zu Spielern (und Spielekäufern) erzogen. Zwischen Raubkopierern und Händlern werden erbitterte High-Tech-Schlachten ausgetragen.
Neben der kommerziellen Branche existiert von jeher eine lebendige Hobbyszene. Mit Veränderungen der Spielgrafik, selbst gebauten Leveln und gänzlich andersartigen Erweiterungen („Mods“), aber auch eigenen, zumeist kleineren Spielen, sind engagierte Programmierer und Künstler auf der ganzen Welt kreativ tätig.
Open Source
Unter “Open Source“ versteht man seit den neunziger Jahren „quelloffene“ (Software)Projekte – Produkte also, die samt ihrem Quellcode offen zugänglich und kostenlos sind. Prominente Beispiele sind die Linux-Betriebssysteme oder der Browser Firefox. Die Motivation, an freier Software zu arbeiten, besteht häufig in dem Wunsch, ein optimales Werkzeug zu erschaffen. Manchmal ist es auch einfach der Spaß an der Sache und der Wert der dabei gewonnenen Erfahrung.
Das Schwarze Auge
Das seit 1984 publizierte „Schwarze Auge“ und seine Spielwelt Aventurien ist Deutschlands erfolgreichstes Papier-und-Bleistift-Rollenspiel. Derzeit liegt die vierte Regeledition (DSA4) vor. Bereits in den Neunzigern wurde “Das Schwarze Auge“ von drei erfolgreichen und heute als Klassiker verorteten Computerspielen, der "Nordlantrilogie" begleitet. Doch während in den 10 Jahren nach dem Erscheinen des letzten Teiles, „Schatten über Riva“, andere Regelsysteme - wie D20 oder die White-Wolf-Systeme - immer wieder mit neuen Computerspielen versorgt wurden, scheiterten die vielversprechend angekündigten Nachfolgeprodukten bereits im Ansatz. Auch das erscheinen des neuesten Versuchs von professioneller Seite ist erst für das erste Quartal 2008 angekündigt.
Die Engine
Mit „Rastullahs Lockenpracht“ wird eine "Engine" erschaffen – also ein Programm, das Spielmechanismen (von Grafikberechnung über Physik und Musik bis zu Rollenspielregeln nach DSA4) zur Verfügung stellt. Dabei bietet sie moderne, ansprechende 3D-Grafik in einer vollwertigen Welt, die sich durch hohe Interaktivität auszeichnet und komplexe Verknüpfungen erlaubt, eine ausgeklügelte grafische Oberfläche und einfache Steuerung. Für diese Engine kann jeder Benutzer seine eigenen Module (Spiele oder Abenteuer) einbauen.
Charakteristisch dabei ist die ungeheure Bandbreite des angebotenen Modifikationsgrads: es ist es sowohl möglich, mit sehr geringem Aufwand aus vorhandenen Modellen und Landschaften und - zum Beispiel - selbst erstellten Dialogen eine eigene Spielhandlung zusammenzuklicken, als auch eigene Arbeiten einzubringen. Dabei gilt die Faustregel: Je mehr man verändern will, desto mehr Kenntnisse im (programmier-)technischen Bereich sind notwendig.
Dieser Grundgedanke der Veränderbarkeit soll auch innerhalb der Spiele durchgetragen werden. Von Grafikoptionen über die Komplexität des Regelwerkes bis zum Verhalten der Benutzeroberfläche: Dem Spieler sollen noch vielfache Entscheidungsmöglichkeiten bleiben, es sei denn, der Spielautor möchte ihn hier explizit einschränken.
Der hohen Komplexität der Software wegen (es braucht ein einheitliches Abenteuerformat, weiterhin müssen die Regeln abstrahiert und implementiert werden. Ein programmiertechnisches Weltmodell, das die gewünschte Interaktion ermöglicht, wird genauso benötigt wie eine ressourcensparende Netzwerkunterstützung) ist die Fertigstellung von “Rastullahs Lockenpracht“ nur mit einem fähigen Team denkbar. Der Großteil der bei Pantheon aktiven Softwareentwickler sind Diplom-Informatiker. Der aktuelle Entwicklungsstand ergibt sich aus den Versionsnummern der Veröffentlichungen, die jeweils im Verhältnis zur 1.0 – einem vollständigen und „runden“, wenn auch vielleicht noch zu erweiternden Produkt – gewählt werden. Derzeit ist die Version 0.2 veröffentlicht, an einer Version 0.4 wird gearbeitet.
Der Editor
Der Editor soll dazu dienen, den Umfang der für eigene Modulerstellung und -erweiterung benötigten Vorkenntnisse so gering wie möglich halten. Er soll intuitiv verständlich sein, so dass eigene Spiele zu entwickeln nach kurzer Einarbeitungszeit jedem möglich ist.
Die Spiele
Zugleich mit der Engine werden Spiele entwickelt, die ihre Möglichkeiten nutzen und demonstrieren.
Unsere Spiele werden dem Genre nach Rollenspiele sein, für die “Rastullahs Lockenpracht“ optimal geeignet ist. Der Spieler verkörpert in nach und nach erscheinenden Szenarien einen oder mehrere Charaktere, die sich innerhalb Aventuriens bewegen, mit der Welt agieren, mit ihren Bewohnern reden und Handeln und schließlich natürlich auch ihre Aufträge annehmen und Probleme lösen. In Form seiner Helden wird der Spieler auf die Suche nach Schätzen gehen, unschuldige Landbewohner vor grausigen Monstern beschützen, Intrigen aufdecken und spinnen und die Fähigkeiten seiner Figuren ausbauen.
Dabei soll sich der Spieler stark mit seinen gewählten Charakteren identifizieren. Getroffene Entscheidungen beeinflussen seinen späteren Weg und binden ihn an die Spielwelt. Je nach Vorliebe des Spielers und Fähigkeiten der gespielten Charaktere gibt es mehrere Wege, Probleme und Aufgaben zu lösen. Im Hintergrund läuft stets das DSA4-Eigenschafts- und Talent-System mit, so dass die Welt passend auf die Stärken und Schwächen der Spielfiguren reagieren kann. Seine Verwaltung übernimmt das Programm, so dass der Spieler sich nicht weiter als gewünscht mit dem DSA-System auseinanderzusetzen braucht. So soll der Eindruck von wahrer Interaktivität vermittelt werden, und auch mehrfaches Spielen ein- und desselben Szenarios reizvoll bleiben, um alle Wege zu ergründen. Insgesamt wird die Bindung an die Charaktere und die Glaubwürdigkeit der Welt in den Vordergrund gestellt.
Der Anspruch dabei ist, bei fortschreitender Entwicklung der Engine auch (technisch) anspruchsvollere Spiele zu produzieren, so dass die zur 1.0-Version herausgebrachten Titel sich vor kommerziellen Produkten nicht zu verstecken braucht. Von denen setzt es sich noch zusätzlich durch geschmacksbedingte und den fehlenden Marktdruck mögliche Eigenarten ab - im Rahmen von “Rastullahs Lockenpracht“ sind Experimente möglich. Zum Beispiel soll der Anteil des "Rollen"spiels höher ausfallen, als bei den meisten gängigen Titeln des Genres.
Grafik
Als Grafikengine wird "Ogre3D" eingesetzt. "Ogre3D" ist eine moderne Open-Source-Engine, die aktuelle Grafikfeatures und eine adäquate Performance bietet. Sie stellt die Grundlage, um eine ansprechende grafische Darstellung der Spielwelt zu bieten.
"Rastullahs Lockenpracht" soll dabei, im Rahmen der Computergrafik, realistische und naturgetreue Darstellung bieten. Das bedeutet zum Beispiel natürliche Farben und Proportionen, kein Comicstil;
Die Grafk ist auch für die Spielercharaktere wichtig: Diese sollen so einzigartig wie ihre Entsprechung in Zahlen und Werten aussehen. "Rastullahs Lockenpracht" bietet ein Baukastensystem für Menschen (und andere Zweibeiner), so dass man seinen Avatar individuell gestalten kann.
Kampf
Natürlich spielen auch Kämpfe in Aventurien eine wichtige Rolle. "Rastullahs Lockenpracht" bietet eine regelgetreue Umsetzung der Papier-und-Bleistift-Vorlage, gepaart mit typischen Vorzügen und Eigenheiten eines Computerspiels. Dabei werden die zahlreichen Kampffähigkeiten des Rollenspielsystems so eingebaut, dass sie bequem nutzbar sind. Weder Hektik noch Langeweile kommen auf: Ein Mix aus Runden und Echtzeitkampf sorgt für Spielbarkeit und Dramatik.
Spielmodi
Szenarien wird es ebenso für Gruppen (deren Kopfstärke bis zu einem Limit frei wählbar bleibt) wie für einzelne Charaktere geben. Ebenso wird es sowohl einzelne, unabhängige Abenteuer geben wie mehrere zusammenhängende, aufeinander aufbauende Kampagnen.
Auf lange Sicht soll es auch möglich werden, verschiedene Charaktere im Netzwerk von verschiedenen Spielern übernehmen und so die klassische Rollenspielsituation entstehen zu lassen.
Auch an einen Spielleitermodus, in dem ein Teilnehmer des Netzwerks die Steuerung der Umwelt übernimmt und so als Meister des Schwarzen Auges agiert, ist zu denken.
Voraussetzungen und Zielgruppe
Pantheon bemüht sich darum, den Hardwarehunger von “Rastullahs Lockenpracht“ im Rahmen zu halten. Zwar müssen die Computer, auf denen die Engine laufen soll, schon auf Spielleistung ausgelegt sein, jedenfalls aber bewegt sich der Bedarf deutlich unter den Möglichkeiten der High-End-Maschinen der jeweils aktuellen Generation.
Da das Spiel sehr tief in eine großartige Fantasywelt eintaucht, kann es auch eine größere Zielgruppe als bisherige DSA- und Computerrollenspieler erreichen, da sich das allgemeine Regelwerk auf ein automatisches Minimum verringern lässt, und die anderen Genre-Einflüsse überwiegen.
Wegfallende Anschaffungskosten können vielleicht auch potentielle Spieler, die aus Sparsamkeitsgründen nicht mehr oder nur noch sehr wenig spielen, zur Installation bewegen. (Allerdings ist dort wiederum fraglich, ob sie über die notwendig leistungsfähige Hardware verfügen.)
